Schulprogramm

Schulprogramm2017-01-13T02:05:21+00:00

0. Vorwort

Das vorliegende Schulprogramm ist das Ergebnis eines grundlegenden Überarbeitungsprozesses des alten Schulprogramms auf der Basis vorliegender Evaluationsergebnisse. Es spiegelt den aufwändigen, aber immer spannenden und fortlaufenden Prozess des Streitens um richtige Wege und Lösungen und deren Umsetzung wider.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Realisierung der im Schulprogramm genannten Ziele eine große Herausforderung für alle an unserer Schule beteiligten Gruppen ist.

I. Schulspezifische Rahmenbedingungen

Abschlüsse
Das Luise-Henriette-Gymnasium startet mit der Klasse sieben. Erreichbare Abschlüsse sind nach Klasse 9 die Berufsbildungsreife, nach erfolgreichem Abschluss der Klasse 10 die erweiterte Berufsbildungsreife oder der Mittlere Schulabschuss (MSA), nach erfolgreichem Besuch der Klasse 11 der schulische Teil der Fachhochschulreife sowie nach erfolgreichen Prüfungen nach Klasse 12 das Abitur.
Sprachenfolgen und Unterrichtsstruktur
Die Schule bietet ab der Jahrgangsstufe sieben die Sprachenfolgen Englisch-Französisch und ab dem Schuljahr 2015/16 zusätzlich Englisch-Spanisch an. Für alle Schülerinnen und Schüler besteht ab der Jahrgangsstufe acht die Möglichkeit, im Wahlpflichtbereich die Fremdsprachen Französisch, Latein und Spanisch zusätzlich zu wählen. Im Wahlpflichtbereich besteht außerdem die Möglichkeit, statt einer Fremdsprache Fachangebote im musisch-künstlerischen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich wahrzunehmen.
In der gymnasialen Oberstufe werden, soweit personelle und organisatorische Rahmenbedingungen dies zulassen, alle gewählten Leistungskurskombinationen, gegebenenfalls in Kooperation mit dem benachbarten Askanischen Gymnasium oder dem Eckener-Gymnasium, angeboten.
Sonstiges
Außerdem gibt es freiwillige Unterrichtsveranstaltungen und ein breites Angebot von Arbeitsgemeinschaften. Wir beteiligten uns erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben. So vertraten wir neun mal das Land Berlin beim Bundeswettbewerb “Junior” und zwei mal als Regionalsieger beim Wettbewerb “business at school”. Weitere Erfolge hatten wir z.B. bei “Jugend forscht” und beim “debating”- Wettbewerb.

Der Standort im Norden von Tempelhof mit guter Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, angrenzend an die Bezirke Kreuzberg-Friedrichshain sowie Neukölln, führte dazu dass bis zu 30% der Schülerinnen und Schüler) auch aus den Nachbarbezirken zu uns kommen. Parallel erfolgte eine Veränderung der sozialen Zusammensetzung im direkten Einzugsbereich der Schule im Norden Tempelhofs. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund stieg an (Sozialatlas 2013). Diesen Entwicklungen entsprechend, steigt der Anteil von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, was im Rahmen des Schulprogramms zu berücksichtigen ist. Insgesamt stammt die Schülerschaft mehrheitlich aus Nicht- Akademikerhaushalten.

Das Luise-Henriette-Gymnasium besuchen ca. 650 Schülerinnen und Schüler, davon sind 60% Mädchen und 40% Jungen, 43% haben eine nichtdeutsche Herkunftssprache, ca. 28% sind von der Zahlung des Eigenanteils zur Lernmittelbeschaffung befreit.

Es gehören der Schule eine Sekretärin, ein Schulhausmeister, 62 Kolleginnen und Kollegen (40 weibl., 24 männl.), darunter sieben der Schule zur Ausbildung zugewiesene Studienreferendare, und zwei Religionslehrkräfte an.
Altersstruktur der Lehrerinnen und Lehrer:
zwischen 25 u. 30: 4
zwischen 30 u. 40: 15
zwischen 41 u. 50: 17
zwischen 51 u. 60: 19
über 60 Jahre: 7
Angestellte Lehrkräfte: 22
Verbeamtete Lehrkräfte: 32

Die Schule wird ab Frühjahr 2016 im Rahmen umfangreicher Baumaßnahmen mit einem Finanzierungsrahmen von 17-18 Millionen Euro zu einem der modernsten Gymnasien des Landes Berlin umgestaltet. Dabei soll (im Zusammenwirken mit dem Denkmalschutz) die historische Architektur erhalten bleiben. Es ist geplant, die Schule behindertengerecht umzubauen und als pädagogisches Konzept den offenen Ganztagsbetrieb einzuführen. 
Die Schule verfügt (auch zukünftig) über eine Aula mit einer Bühne und einem sich an diese anschließenden Szenenpodium. Der Zuschauerraum bietet ca. 300 Personen Platz. 
Die meisten Kurs- und Fachräume sind mit Smartboards ausgestattet bzw. für den Einsatz moderner Medien technisch gerüstet. Die Unterrichtsräume des Fachbereiches Musik befinden sich in einem Pavillon. Das Vorhandensein zahlreicher Instrumente ermöglicht ein vielfältiges Musizieren. Es besteht auch die Möglichkeit, digital gestützt zu komponieren. Des weiteren verfügt die Schule über einen Schulgarten, in dem die Schulimkerei beheimatet ist. Unsere Lehrküche wird häufig von Arbeitsgemeinschaften und auch im Unterricht genutzt. Die von den Eltern betriebene Cafeteria stellt eine Pausenversorgung für die Schulgemeinschaft bereit. 
Während der durchzuführenden Baumaßnahmen wird die Schule dreizügig organisiert, danach werden, von Klasse 7 an, jeweils 4 Parallelklassen eingerichtet.

Es besteht eine gute, intensive und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern und Schülern. Die funktionierende Schulgemeinschaft garantiert ein weitestgehend konfliktfreies Agieren der beteiligten Gruppen, ein erfolgreiches pädagogisches Arbeiten und ein gymnasiales Leistungsniveau in allen Fächern.
Die Eltern engagieren sich ehrenamtlich im Cafeteria-Verein und im Förderverein.
Die Vereine leisten großzügige finanzielle Zuschüsse zu bestimmten Arbeitsprojekten oder Anschaffungen einzelner Fachbereiche; die von ehrenamtlichen Unterstützern betriebene Cafeteria bietet ein tägliches, variables und gesundes Essensangebot und unterstützt schulische Veranstaltungen durch kulinarische Angebote.

Zur Realisierung eines breiten Angebotes im Bereich der Leistungskurse erfolgt seit Jahrzehnten eine enge Kooperation mit den Nachbarschulen Eckener-Gymnasium und dem Askanischen Gymnasium. Dieses wird ergänzt durch Einbeziehung von Firmen, Wirtschaftspaten und externen Betreuern (boston consulting group, oracle und anderen Großunternehmen) im Rahmen der Projekte „business at school“ sowie „Junior“. Hier besteht seit 2002 eine enge Kooperation mit dem „Institut der deutschen Wirtschaft“ in Köln (Kooperationsabkommen) und seit 2005 mit der Boston Consulting Group. Regelmäßig nehmen verschiedene Schülergruppen an den jeweiligen nationalen Wettbewerben teil.
Aufbauend auf eine enge Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) seit 2007 besteht hier seit 2015 ein Kooperationsabkommen. Weitere Kooperationen erfolgen mit den Berliner Philharmonikern sowie der Universität der Künste. Mit den benachbarten Grundschulen erfolgt die Realisierung einer Mathe-Olympiade.

II. Stärken unserer Schule

Die folgenden Stärken unserer Schule sollen gepflegt und ausgebaut werden:

Stärken unserer Schule sind das angenehme Schulklima, die konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Gruppen sowie eine positive Arbeitsatmosphäre. Von allen Beteiligten wird der konstruktive und freundliche Umgang miteinander gelobt. Konflikte werden sachorientiert gelöst. Eine hohes Maß an Identifikation mit der Schule führt zu einer aktiven Elternmitarbeit und zu zahlreichen außerunterrichtlichen Aktivitäten sowie einer auch nach der Schulzeit lang anhaltenden Verbundenheit der Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule. Dies zeigt sich unter anderem an der regelmäßigen Teilnahme bei Ehemaligentreffen und den Musik- und Theaterabenden.

An unserer Schule besteht ein vielfältiges Fächerangebot mit einem hohen qualitativen Anspruch. Dadurch ist eine Förderung der Interessen und Stärken von Schülerinnen und Schülern in jedem Fachbereich (Sprachen, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Kunst/Musik/Darstellendes Spiel, Sport) möglich.

 

  • Ab Klasse 7 bieten wir die Sprachenfolgen Englisch/Französisch und Englisch/ Spanisch an.
  • Ab Klassenstufe 8 gibt es ein breites Wahlpflichtfachangebot mit den Sprachen Latein, Französisch und Spanisch als dritte Fremdsprache. Alternativ ist die Wahl eines musisch-künstlerischen oder naturwissenschaftlichen Schwerpunktes möglich.
  • Im Fach Sport finden in Klasse 7 obligatorisch Schwimmunterricht und in Klasse 8 eine Skifahrt statt.
  • Ab Klassenstufe 9 verstärken gerade auch Nicht-Kernfächer ihr Unterrichtsangebot im Rahmen des zweiten Wahlpflichtfaches und ermöglichen somit den Schülerinnen und Schülern eine Orientierung im Hinblick auf die später zu treffende Leistungskurswahl in der Kursphase.
  • Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Musik, Darstellendes Spiel, Biologie, Chemie, Physik, Sprachen (DELF), Wirtschaft und Sport bieten die Möglichkeit, unterschiedlichen Interessen nachzugehen. Fachübergreifende Elemente sowie eine starke Öffnung nach außen werden besonders in diesem Bereich realisiert.
  • Vielfältige Wahlmöglichkeiten werden auch in der Sekundarstufe II geboten. Hier gibt es ein umfangreiches Angebot an Grund- und Leistungskursen, zum Teil in Kooperation mit den Partnerschulen. Leistungskurse, die eine fachliche Vertiefung ermöglichen, werden möglichst in allen Fächern realisiert.
  • Seminarkurse Wirtschaft, das Fach Darstellendes Spiel, Musik-Ensemblekurse und Kurse Studium und Beruf ergänzen in der Oberstufe das traditionelle Fächerangebot.
    Inhalte der Studien- und Berufsorientierung werden fachbezogen und fächerübergreifend unterrichtet.

 

In allen Bereichen gehören außerschulische Aktivitäten zum Schulleben. In vielen Bereichen hat unsere Schule sich bisher äußerst erfolgreich an regionalen und überregionalen Wettbewerben beteiligt. Als offizielle Kooperations- und Ausbildungsschule arbeiten wir erfolgreich mit den Berliner Philharmonikern und der Universität der Künste zusammen. Herausragend sind die Auftritte des Fachbereiches Musik im Bezirk und auf Berliner Ebene, die Ausstellungen des Fachbereiches Kunst und die schulinternen Aufführungen des Bereiches Darstellendes Spiel.
Regelmäßig treten Schülergruppen bei Veranstaltungen im Bundeswirtschaftsministerium auf. Externe Experten und externe Lernorte werden systematisch zur Vermittlung von fachspezifischen und fachübergreifenden Kompetenzen genutzt. So beteiligten sich Schülerinnen und Schüler an den „Kunstwelten“ der Akademie der Künste in Berlin. Die Auseinandersetzung mit der Studien- und Berufswelt wird u.a. in der Sekundarstufe I durch ein Betriebspraktikum und in der Sekundarstufe II durch den Kurs „Studium und Beruf“ gefördert. Regelmäßig finden Veranstaltungen zur Studien- und Berufsorientierung mit Referenten aus Hochschulen, Berliner Großbetrieben sowie ehemaligen Schülerinnen und Schülern statt. Der Fachbereich Sport beteiligt sich wieder zunehmend erfolgreich an Landeswettbewerben. 
Auch die regelmäßig durchgeführten Klassen- und besonders die Kursfahrten bereichern das Bildungsangebot.

Neue Medien werden seit Jahren in den Unterricht einbezogen. Es stehen uns zwei voll ausgestattete Informatik-Fachräume mit fast 50 Arbeitsplätzen zur Verfügung. Das Angebot wird ergänzt durch Laptops, die klassenweise und einzeln ausgeliehen werden können. Die Fachbereiche Kunst und Musik besitzen eigene Klassensätze. Alle Klassenräume haben Zugang zum Internet. Auf dem Weg zur kreidefreien Schule wird die Ausstattung mit Smartboards kontinuierlich erweitert. Die Vermittlung informationstechnischer Kompetenzen, insbesondere auch der kritische Umgang mit dem Internet erfolgt in allen Klassenstufen. Präsentations- und Recherchetechniken werden kontinuierlich ab Klassenstufe 7 vermittelt. Onlineplattformen werden zur Kommunikation, zum Austausch von Unterrichtsergebnissen und zur Bereitstellung ergänzender, moderner, binnendifferenzierter Unterrichtsmaterialien angeboten.
Zur Förderung der Sprachkompetenz und zum Kennenlernen anderer Kulturen führen wir regelmäßig mit Spanien und Frankreich einen Schüleraustausch statt. Sprachreisen nach Italien, Großbritannien und in die USA ergänzen das Angebot.

III. Pädagogische Leitideen

Wir sind ein demokratisch strukturiertes und leistungsorientiertes Gymnasium. Unser Ziel ist es, stets eine hohe Unterrichtsqualität in allen Fächern unter verstärkter Einbeziehung außerschulischer Lernorte zu erreichen.

Die an der Gestaltung von Unterricht und Erziehung beteiligten Gruppen (Schüler, Lehrer, Eltern) streben an, die gemeinsamen Grundsätze umzusetzen (Grundkodex eines sozialen und moralischen Verhaltens). Das geltende Schulprogramm ist für alle verbindlich. Die Notwendigkeit einer zuverlässigen Erfüllung der übertragenen bzw. selbst übernommenen Aufgaben, die sorgfältige Vorbereitung auf den Unterricht sowie die Entwicklung von Eigeninitiative lassen sich aus diesem ableiten.

Verbesserung der Unterrichtsqualität
Neugier und Wissbegierde sollen geweckt und gefördert werden. Eine kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Inhalten soll zu den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gehören. Ziel ist das Erreichen der Studierfähigkeit.
Wir streben das Erreichen eines fachspezifischen und fächerübergreifenden Kanons von Wissen, Fähigkeiten und Einsichten an.
Integration von Schlüsselqualifikationen in den Unterricht

 

  • Erwerb von Fachkompetenz im engeren Sinne (Fachwissen, Strukturwissen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, Problembewusstsein, Problemlösungsfähigkeit)
  • kontinuierliche Steigerung der Analyse- und Transferfähigkeit von Schülerinnen und Schülern ab Klasse 7, fächerübergreifende Abstimmung der Methoden
  • Erwerb von Methodenkompetenz (fächerübergreifend): regelmäßiges systematisches Methodentraining vor dem Hintergrund der schulinternen Curricula der einzelnen Fachbereiche, insbesondere Beherrschen elementarer Lern- und Arbeitstechniken einschließlich des kritischen Umgangs mit neuen Medien
  • Fähigkeit zur Kommunikation und Argumentation
  • eigenständige Erschließung unterschiedlicher Arbeitsmaterialien
  • angemessene sprachliche Ausdrucksfähigkeit (ziel- und aufgabenbezogene Gliederung, differenzierte Ausdrucksfähigkeit, Verwendung einer Fachsprache, sprachliche Verknüpfung von Aussagen und Herstellung kausaler Beziehungen)
  • Erkennen des funktionalen Charakters von Wissen, Einsichten und Fähigkeiten
  • erkennen, dass Ereignisse in der Regel multikausale Ursachen haben und nicht zufällig geschehen
  • erkennen, dass spezielle Kenntnisse zur angemessenen Auseinandersetzung mit Fragestellungen bzw. Problemstellungen notwendig sind.
  • akzeptieren, dass es verschiedene Lösungswege und verschiedene Lösungen geben kann.

 

Vermittlung sozialer Kompetenzen im Unterricht
Wesentliche Grundsätze und Ziele unserer Schule sind:

 

  • respektvoller Umgang miteinander, Toleranz und friedliche Konfliktbewältigung
  • Akzeptanz, dass jede Gemeinschaft verbindliche Regeln und gegenseitige Toleranz im Rahmen der Regeln benötigt
  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung durch Stärkung der Eigenverantwortung
  • Verantwortung für die Zukunft übernehmen: Ausbildung der Urteilsfähigkeit und Befähigung zu reflektiertem gesellschaftlichen und politischen Handeln
  • Bereitschaft zur konstruktiven und regelgebundenen Zusammenarbeit, Teamfähigkeit
  • Förderung von Persönlichkeitsmerkmalen wie Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen
  • Urteilsfähigkeit, eine eigenständige und begründete Stellungnahme unter Einbeziehung von Gegenpositionen abgeben
  • Team- und Gruppenfähigkeit, z. B. im Gespräch, in Arbeitsgruppen mit klaren Schüler-Schüler-Interaktionen

 

Weiterentwicklung des Projektansatzes innerhalb und außerhalb des Unterrichts
Wir streben an

 

  • Projektunterricht im Rahmen der einzelnen Fächer
  • fachübergreifende Projekte
  • schwerpunktorientierte Projekttage

 

Öffnung der Schule nach außen
Eine Öffnung der Schule erfolgt nicht nur, um verstärkt Projekte zu realisieren. Wir wollen uns generell stärker gegenüber dem Stadtteil öffnen, Fachkompetenz von außerhalb nutzen und mit Institutionen und Einrichtungen außerhalb der Schule kooperieren. Dabei setzen wir systematisch bisherige Ansätze fort.
Ausbau des Angebots von Förderunterricht bzw. -maßnahmen
Förderung setzt den Willen des Geförderten/Geforderten voraus, von den Angeboten sinnvoll Gebrauch zu machen. Fördermaßnahmen sind Angebote, mit deren Hilfe punktuell bestehende kognitive bzw. Leistungsdefizite im Idealfall aufgehoben, sonst aber verringert werden können. Sie dienen aber auch dazu, gerade leistungsorientierten Schülerinnen und Schüler weitere Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. So wird insgesamt auch die Qualität des Unterrichts gesteigert.
Schaffung transparenter und demokratischer Entscheidungsstrukturen
Information und Einbeziehung aller am Schulleben Beteiligten in Entscheidungsprozesse sind unumgänglich, um

 

  • erweiterte Mitwirkungsmöglichkeiten für Eltern und Schülerinnen und Schüler zu schaffen,
  • die Gesamtkonferenz als Diskussions- und Entscheidungsgremium zu stärken,
  • eine gemeinsame, längerfristig geplante Diskussion von Grundsatzaspekten und Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen,
  • allen Beteiligten Entscheidungen transparent zu machen.

 

IV. Unser konkretes Arbeits- und Schulprogramm

Vor diesem Hintergrund und auf der Basis bisheriger Evaluationsergebnisse haben wir zur Realisierung der Leitziele die folgenden Veränderungen beschlossen:

Der Fachunterricht erfolgt auf gymnasialem Niveau und auf der Grundlage des schulinternen Curriculums. Oberstes Ziel ist ein Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler, der es ihnen ermöglichen soll, sich den Anforderungen eines Studiums oder einer qualifizierten beruflichen Ausbildung erfolgreich zu stellen. Er berücksichtigt die veränderten Sozialisationsbedingungen der Jugendlichen und ihre unterschiedlichen Lern- und Arbeitsvoraussetzungen.
Angestrebt wird eine Vernetzung des erworbenen Wissens durch die Realisierung fächerübergreifender Projekte.
Dazu sollen die folgenden Vorhaben realisiert werden.
Integration von Schlüsselqualifikationen in den Unterricht
Alle Fächer tragen in gleicher Weise zum Erwerb der Schlüsselqualifikationen bei. Die Fachbereiche stimmen sich bezüglich der Inhalte ab, um den Schülerinnen und Schüler die Vorteile eines vernetzten Wissens bewusst zu machen. Im Mittelpunkt von Leistungsüberprüfungen steht der Nachweis von Analyse- und Transferfähigkeit mit nachvollziehbarer Progression. Auch wenn ein besonderer Wert auf den Erwerb und die Anwendung von Methoden gelegt wird, wird darüber der Erwerb spezieller Fachkenntnisse nicht vernachlässigt.

 

  • Die Anforderungen werden in der Konferenz der Fachverantwortlichen aufeinander abgestimmt und dokumentiert.
  • Alle Fachbereiche koordinieren die inhaltlichen Leistungsüberprüfungen und die Leistungsbeurteilung und erarbeiten „Musterlösungen“, die Schülern und Eltern zur Orientierung dienen.
  • Es wird ein schulinternes Methoden-Curriculum erarbeitet.
  • Pädagogische Konferenzen werden mehrfach im Jahr durchgeführt.
  • Die bestehenden Kooperationen der Naturwissenschaften mit verschiedenen Universitäten und der Industrie werden weiter ausgebaut.
  • Die vorhandenen Strukturen in den musisch-künstlerischen und im Sport-Bereich werden fortentwickelt. Eine Kooperation mit dem Projekt TUSCH (Theater und Schule) wird angestrebt.
  • Das AG-Angebot wird im Rahmen der offenen Ganztagsschule nach Abschluss der Baumaßnahmen ausgebaut.
  • Der bestehende Schwerpunkt „Wirtschaft“ wird auf unterschiedlichen Ebenen weiter gestärkt (Kooperation mit Firmen, Gründung von Schülerunternehmen, Einbeziehung von Referenten aus der Berufspraxis).
  • Aspekte einer kritischen und sachkundigen Nutzung von Medien werden in den Unterrichtsprozess einbezogen, Erfahrungen dokumentiert und ausgewertet.
  • Das Konzept des Wahlpflichtunterrichts wird weiterentwickelt.
  • Aspekte der Berufs- und Studienorientierung werden in den Unterricht integriert, spezielle Kurse und Veranstaltungen werden unter Einbeziehung ehemaliger Schülerinnen und Schüler und externer Referenten angeboten; die Zusammenarbeit mit der HWR wird über eine Kooperationsvereinbarung stabilisiert und weiterentwickelt.
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten.

 

Vermittlung sozialer Kompetenzen
Der Erwerb sozialer Kompetenzen ist integraler Bestandteil unserer Unterrichts- und Erziehungsarbeit.
Weitere konkrete Vorhaben sind,

 

  • ein Konzept für eine Begrüßungswoche für die Schülerinnen und Schüler der neuen siebten Klassen
  • und wieder ein Patenmodell für diese zu entwickeln.

 

Projektansatz
Wir realisieren verstärkt Projekte:
Das bedeutet konkret:

 

  • Erweiterung des Exkursionsangebotes im Rahmen von Umweltprojekten, naturwissenschaftlich, gesellschaftswissenschaftlichen und künstlerisch-musisch orientierten Projekten
  • Ausbau der Teilnahme an Wettbewerben in vielen Fachbereichen
  • Weiterentwicklung des Projektansatzes im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung
  • Verstärkte Anwendung schülerorientierter Arbeitsmethoden.

 

Öffnung der Schule nach außen
Eine Öffnung der Schule erfolgt nicht nur, um verstärkt Projekte zu realisieren. Wir wollen uns generell stärker gegenüber dem Stadtteil öffnen, externen Sachverstand nutzen und mit Institutionen und Einrichtungen außerhalb der Schule kooperieren. Dabei setzen wir systematisch bisherige Ansätze fort.
Konkrete Vorhaben:

 

  • stärkere Kooperation mit umliegenden Grundschulen (Grundschulkampagne)
  • Kooperation mit einer Musikschule
  • Verstärkte Kooperation mit Einrichtungen/Institutionen der Wirtschaft und Hochschulen
  • Vermehrte Nutzung außerschulischer Lernorte im Rahmen von Tages- und Mehrtagesexkursionen
  • Auftritte und Aufführungen auch außerhalb der Schule
  • verstärkte Teilnahme an Wettbewerben
  • Ausweitung der Kooperation mit den Eltern und ehemaligen Schülern zur verstärkten Nutzung außerschulischer Lernorte und der Integration von Aspekten der Berufs- und Studienorientierung.
  • Weiterentwicklung der Konzepte für das Hoffest und den „Tag der offenen Tür“

 

Angebot von Förderunterricht bzw. -maßnahmen
Die Maßnahmen betreffen sowohl eine binnendifferenzierte Förderung im Rahmen des Unterrichts als auch die Schaffung von Möglichkeiten zielgerichteter außerunterrichtlicher Förderangebote. Solche werden im Rahmen des Ausbaus der Schule zur Ganztagsschule angestrebt.
In diesem Zusammenhang werden darüber hinaus

 

  • erweiterte Möglichkeiten für freies und selbstständiges Lernen (z. B. peer education, Bibliothekskonzept, entsprechendes Raumkonzept) geschaffen,
  • Lernbedingungen und individuelle Interessen noch stärker berücksichtigt (z.B. Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen, Hausaufgabenbetreuung, offene Unterrichtsangebote und Arbeitsgemeinschaften),
  • die Personalstruktur z. B. durch die Einbindung eines Sozialpädagogen, eines Bibliothekars, eines Systemadministrators erweitert werden.

 

Folgende Bereiche werden weiterentwickelt:

 

  • das System der Freitagsmails,
  • die Unterstützung der SV durch Mentoren,
  • der Aufbau gemeinsamer anlassbezogener Arbeitsgruppen von Eltern, Schülern und Lehrkräften,
  • die Behandlung von pädagogischen Schwerpunktthemen auf Gesamtkonferenzen.

 

V. Zeit- Maßnahmeplanung

Im Folgenden werden die wesentlichen Vorhaben, die in der ersten Realisierungsphase des Schulprogramms umgesetzt werden sollen, noch einmal tabellarisch zusammengefasst.

Ziele: Es gibt, beginnend mit Klasse 7, einen klaren Katalog je Fach bezüglich der zu erreichenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Einsichten.
Zeitplan: folgt
Erfolgsindikatoren:
* Entwicklung fachbezogener Übersichten bezüglich der zu erreichenden übergreifenden Lernziele durch die Fachbereiche (v: FL)
* Vorhandensein von Musterarbeiten für alle Fächer und Klassenstufen (v: FL)
* Vereinheitlichte Beurteilungskriterien, differenziert nach Altersstufen (v: FL)

Ziele: Es existiert ein schulinternes Methoden-Curriculum.
Zeitplan: folgt
Erfolgsindikatoren:
* klassen- und fächerbezogenes Methodencurriculum mit klarer Progression existiert (v: FL)
* Dokumentation von Modellen zur kritischen Nutzung neuer Medien (v: FL)

Ziele: Es erfolgt eine verstärkte Nutzung außerschulischer Lernorte und eine Öffnung der Schule nach außen.
Zeitplan: ab 2015
Erfolgsindikatoren:
* Ausbau der Kooperation mit außerschulischen Partnern erfolgt (Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen, Musikschule, Sportvereinen) erfolgt (v: Fachbereiche und Fachleiter(innen) erstellen Übersichten, dokumentieren Aktivitäten)
* verstärkte Einbeziehung externer Partner in den Unterricht und durch Exkursionen erfolgt (v: FL und Fachlehrerinnen und Fachlehrer)
* Teilnahme an Wettbewerben erfolgt (v: FL)

Ziele: Verbesserung der Studien- und Berufsorientierung
Zeitplan: ab 2015
Erfolgsindikatoren:
* Konzept zur Studien- und Berufsorientierung ist weiterentwickelt worden (FB GeWi)
* Weiterentwicklung des Konzeptes für das Betriebspraktikum liegt vor (v: Koordinator Betriebspraktikum)

Ziele: Verbessertes Ganztagsangebot und Ausbau der Fördermaßnahmen
Zeitplan: nach Abschluss der Baumaßnahmen
Erfolgsindikatoren:
* Überarbeitung des Konzeptes des Wahlpflichtunterrichts erfolgt (v: SL, PäKo)
* verstärktes AG-Angebot und offene Unterrichtsangebote liegen vor (: SL, FL)
* neue Zeitstruktur für den Unterrichtsgang wird erprobt (v: SL)

Ziele: Transparente und demokratische Entscheidungsstrukturen
Zeitplan: folgt
Erfolgsindikatoren:
* Mentorenmodell für die SV liegt vor (v: SV-Leitung, LV)
* Gesamtkonferenzen mit pädagogischen Schwerpunktthemen werden realisiert (v: SL)
* Anlassbezogene Arbeitsgruppen unter Einbeziehung aller Gruppen (Eltern, Schülerschaft, Lehrkräfte) werden aufgebaut (v: Schulkonferenz)

Ziele: Förderung sozialer Kompetenzen und Schaffung einer Willkommenskultur
Zeitplan: 2016/17
Erfolgsindikatoren:
* Begrüßungswoche für die siebten Klassen existiert (v: Gk, KL)
* Patenmodell für neue Schülerinnen und Schüler existiert (v: Gk, KL)

VI. Qualitätssicherung und Evaluation

Die Schule pflegt eine ausgeprägte Evaluationskultur. Bei Neuerungen oder aufkommenden Fragen zu aktuellen Angeboten oder der Organisation von Unterricht wird anlassbezogen evaluiert.

Zum Beispiel werden die Abiturienten jährlich dazu befragt, inwieweit das schulische Lernen sie auf ihre künftige berufliche Ausbildung vorbereitet hat. Ähnlich wird mit Ergebnissen der Vergleichsarbeiten und des MSA verfahren. Das heißt, Unterrichtsinhalte und -methoden werden in den einzelnen Fachbereichen diskutiert und Vorgehensweisen vereinbart. Diese fließen dann in die Fortschreibung des Schulprogramms ein.
Grundlage für die Evaluation sind vor allem

  • die Analyse vorhandener Statistiken über Schulerfolg (Eingangsvoraussetzungen Klasse 7, VERA 8, Ergebnisse der MSA-Prüfungen, Abiturergebnisse, Probejahr, Abgänger)
  • Auswertung des Probejahres nach Herkunftsschulen und Vornoten in den Kernfächern (Basis Magellan-Datenbank)
  • Auswertung der Klassenarbeiten und Klausuren bezüglich Notenbild, Kompetenzen und Defiziten
  • Auswertung der Schullaufbahn mit Hilfe der Magellan-Datenbank (z.B. Aufnahme in Klasse 7 – Erreichung des Abiturs in der Regelzeit)
  • Evaluation in Klassen, Kursen und der Abiturjahrgänge mit Hilfe von Fragebögen
    Kommunikative Rückmeldeverfahren insbesondere über Fachkonferenzen und Fachleitersitzungen, über die GSV und SV
  • Im Rahmen der zuvor formulierten Schwerpunkte werden insbesondere folgende Bereiche genauer evaluiert:

  • Entwicklung der fachübergreifenden Kompetenzen
  • Nutzung und Bedeutung außerschulischer Lernorte, Nutzen der Einbeziehung von außerschulischen Referenten sowie der Kooperation mit außerschulischen Partnern
  • Ergebnisse der Studien- und Berufsorientierung, Bewertung durch Eltern und Schüler
  • Ergebnisse in den Bereichen Lernausgangslage, Probejahr, VERA 8, MSA und Abitur
  • Auswertung der Ergebnisse der Unterrichtsbewertung durch Lerngruppen und Austausch darüber
  • Diese Ergebnisse werden regelmäßig mit allen am Unterrichtsgeschehen Beteiligten diskutiert und in Evaluationsberichten zusammengefasst, die Grundlage für die Fortschreibung des Schulprogramms sind.