
Im Rahmen des Projektes haben wir seither folgende Maßnahmen zur systematischen Förderung des Lesens an unserer Schule beschlossen und durchgeführt:
Sprachliche Vielfalt
Die sprachlichen Fähigkeiten, die Kinder und Jugendliche als Voraussetzung zum Lernen mitbringen, sind von den sprachlichen Umständen abhängig, in denen sie leben. Diese sind in der heutigen Gesellschaft sehr verschieden, z.B. wachsen manche Kinder einsprachig, andere mehrsprachig auf, wieder andere sprechen Hochdeutsch oder Dialekt, manche lesen gern und viel, andere gar nicht.
Diese Faktoren führen zu sprachlicher Vielfältigkeit auch in unseren Klassen und Lerngruppen.
Angesichts dieser immer größer werdenden Herausforderung stellte sich unser Kollegium 2016 die Frage: Wie können wir am Luise-Henriette-Gymnasium die sprachlichen Fähigkeiten unserer Schüler/-innen besser fördern und weiter entwickeln?
Mehrheitlich entschieden wir im Rahmen der „Durchgängigen Sprachbildung“, uns zunächst auf das „Leseverstehen“ unserer Schüler/-innen zu konzentrieren, da „Lesen“ die Voraussetzung bzw. Bedingung für das Verstehen jeglicher Art von Texten und Aufgaben ist.
Teilnahme am BiSS-Projekt „Leseförderung in allen Fächern“
Begleitet werden wir bei diesem Prozess seit 2017 von den Mitarbeitern des zweijährigen ‚BiSS Projektes’: „Leseförderung in allen Fächern“. „BiSS“ steht für „Bildung in Sprache und Schrift“ und ist ein von Bund und Ländern gefördertes Projekt.
Im Rahmen dieses Projektes erhält unser Kollegium seither Fortbildungen zum Thema „Lesen“, zusätzliche Beratung und Unterrichtsstunden, um unsere Schüler/-innen im „Lesen“ verstärkt zu fördern.
„Sprache ist das Tor zur Welt,
Literatur der Schlüssel, sie zu verstehen.“
Sprache öffnet Türen
Dieses Zitat verdeutlicht: Sprache ist das entscheidende Instrument, das unseren Schüler/-innen Türen öffnet, die sie umgebende Welt mit ihren unterschiedlichen Phänomenen zu erkennen, darüber zu sprechen und zu schreiben.
Doch nicht nur im Fach Deutsch erfassen unsere Schüler/-innen mit Hilfe von Texten Motive menschlichen Handelns. Im Fach Mathematik dient ihnen die Sprache dazu, mathematische Phänomene oder Rechenoperationen zu erfassen und auch in allen weiteren Schulfächern ist der Zugang zu spezifischen Fachinhalten die Sprache.
Bildung- versus Alltagssprache
Um unseren Schüler/-innen die bestmögliche sprachliche Förderung zukommen zu lassen, muss allen am Lernprozess Beteiligten bewusst sein, dass es sich bei der in der Schule genutzten Sprache um eine spezifische Sprache handelt, die sogenannte „Bildungssprache“. Diese unterscheidet sich deutlich von der gesprochenen Alltagssprache der Jugendlichen.
Dies erklärt sich daraus, dass in der Schule Wissen besonders über Texte vermittelt wird.
Die im Unterricht auch mündlich angewandte Sprache ist in erster Linie eine Form der Schriftsprache. Sie enthält Fachsprache, ist logisch, sehr abstrakt wie komplex, insgesamt verallgemeinernd und wird dazu mit jedem Schuljahr komplexer und schwieriger. Somit unterscheidet sich die Bildungssprache deutlich von der von uns allen im Alltag gesprochenen Sprache.
Erlernen und beherrschen unsere Schüler/-innen diese „Bildungssprache“ nicht, können sie die Fach- und Sachinhalte der Fächer nicht angemessen erfassen, denn – mit den Worten der Autorin Ingeborg Bachmann gesprochen – „Wofür ich keine Sprache habe, darüber kann ich nicht reden.“